Reviews.
To Perish The Pantomime, 2008
Metallic-Zine: "Immense Härte auf sehr hohem Niveau"
Powermetal: "Fette Mixtur aus brutalem und groovigem Thrash, neuzeitlichem Death und einer monströsen Portion Metalcore"

Powermetal ("To Perish The Pantomime"):
"Dem derb-brachialen Sound haben sich die fünf Jungs von DOWNTIME aus Kassel verschrieben, was sie uns auch mit ihrem ersten Longplayer "To Perish The Pantomime" auf recht harsche Art und Weise mitteilen. Ohne großes Brimborium legen die Burschen los und bereits der fulminante Opener 'Lokai' lässt gar keine Zweifel daran aufkommen, dass diese Band deftiges Material zu präsentieren hat und sich noch immer nicht an zuckersüßen Melodiechen versucht.

Über die gesamte Spielzeit pfeffern uns DOWNTIME eine fette Mixtur aus brutalem und groovigem Thrash, neuzeitlichem Death und einer monströsen Portion Metalcore mit Anleihen bei den Urvätern der Szene, sehr wohl aber auch mit Elementen, die an angesagte Kappellen dieser Strömung erinnern, um die Ohren. Was jetzt aber nicht heißen soll, dass DOWNTIME auf Melodien vollständig verzichten. Im Gegenteil, mit eben jenen garnieren die Kasseler immer wieder ihre Songs und schaffen es damit, für Kurzweil und zusätzlichen Hörgenuss zu sorgen. Bestes Beispiel hierfür ist das zu Beginn fast schon verhaltene und auch in Folge nicht unbedingt wieselflink intonierte, dafür aber immens druckvolle 'My Bleeding You'.

Dieser Track stellt zusammen mit dem immens eingängigen, mit dezenter Verbeugung gen Hardcore der älteren Bauart ballernden 'The Legion', dem genial geknüppelten 'Bound By Weakness' und dem derben Reisser 'Down To the Bones' die stärksten Kompositionen von "To Perish The Pantomime" dar. Der seit 2004 aktiven Formation DOWNTIME sollte mit diesem Album in der Hinterhand zumindest ansatzmäßig der Durchbruch gelingen können, denn zeitgemäß und brandaktuell klingen die Tracks allesamt, jedoch versuchen die Burschen keineswegs, etwaigen Größen nachzueifern. Spieltechnisch wirkt die Chose in Summe bereits ziemlich routiniert und auch der Gesang von Den klingt sehr ausdrucksstark und wirkt in seiner zumeist aggressiv-gebrüllten Art stimmig mit den nicht minder deftigen, durch zahlreichen Tempo- und Rhythmuswechsel aber dennoch abwechslungsreichen Songs.

Ein abschließendes, gesondertes Lob gebührt der Band für die ungemein druckvolle Produktion, die den Jungs ohne fremde Hilfe wahrlich imposant gelungen ist. Respekt!

Anspieltipps: Lokai, My Bleeding You, Bound By Weakness, Down To the Bones"

Metallic ("To Perish The Pantomime"):
"Lief mir schon die Mini-EP Dystopia der Kasseler Metalcoreler Downtime prima ins Gehör, staune ich auch diesmal nicht schlecht, wie vorteilhaft sich eine Band weiter entwickelt, wenn alle Komponenten stimmen. Gerade auf dem Sektor Ideengebung und Gesang haben Downtime sich vergleichsweise zu ihren bisherigen Alben enorm gesteigert, sprich eine ganz dicke Schippe zugelegt, wie sich am Einsatz von Backgroundchören, zahlreicheren Rhythmus- und Tempowechseln, zarten Frauenstimmen (gleich zu Beginn des Titeltracks) und Hinzunahme von zwei illustren Gastmusikern Mikael »MiQe« Löfberg von den den belgischen Deathern In Quest ins Mikro grunzt und Thomas Lafery, der hauptamtlich bei den Kollegen Gutlock tätig ist, bemerkbar macht.
Vorliegender Dreizehntracker klingt einfach nur hochgradig variabel, herrlich dreckig, heavy und melodisch. Vocalist Dennis offeriert auf To Perish The Pantomime ein umfangreich gefächertes Gesangsspektrum, das sich wohltuend von der breiten Masse zahlreicher Durchschnittscombos abhebt. Neben allen bekannten Zutaten aus Thrash/Death und Hardcore stechen vor allem immer wieder die vermehrt hinzu gefügten Melodicmetal- und Grooveparts der leichter nachvollziehbaren Songstrukturen hervor, was komplett positiv ins Gewicht fällt.
Ein Stück wie Down To The Bones zeigt, dass feine Melodien perfekt mit knallhart groovenden Thrash/Deathcoreattacken und modernen Soundeffekten verschmelzen, wenn das Rezept stimmt! Im Klartext: Alle, die es wunschgemäß kompromisslos, punktgenau, plus dazu ergänzend flexibel und groovend mögen, sollten dem Album ihr Gehör schenken. Dampfhammerstücke vom Kaliber So Called Humanity, My Bleeding You, Bound By Weakness oder Be Like Us donnern ungemein viel schichtig, ideenreich, druckvoll und melodisch aus meinen Boxen, dass für Anhängerschaften genannter Stilrichtungen überhaupt kein Weg an Downtime geschweige denn To Perish The Pantomime vorbei führt!"

Dystopia EP, 2005
Vampster: "Herz, Qualität und durchdachte Lyrics"
Deadfall: "DOWNTIME haben es schlichtweg drauf"
Tom & Mary's: "Volltreffer genau zwischen die Augen!"
Legacy: "Ur-typisch, heftig, ehrlich, gut"
BloodDawn: "Schiebt die Möbel munter durch die Räume"
Metallic-Zine: "Immense Härte auf sehr hohem Niveau"
Powermetal: "Mächtig knallende Eigenproduktion"
Metal.de: "Dem Hörer ständig Heizluft in den Arsch blasen"
Bloodchamber: "Ein gutes Händchen für begeisternde Songs"
Terrorverlag: "Die Scheibe bläst euch weg"

Deadfall ("Dystopia") - 8/10 Pkt.:
"Heute widmen wir uns einer Band, die von sich selbst sagt, sie spiele eine Mischung aus Metalcore und Death Metal unter dem Einfluss von Bands wie HEAVEN SHALL BURN, oder auch DISMEMBER. Die Rede ist von den Jungs von DOWNTIME und ihrem Debüt "Dystopia" und man mag sich fragen, ob die Herren Recht haben, wenn sie Death Metal erwähnen oder nicht.

Nun, direkt zum Geschehen: Nach einem kurzen Intro, mit dem ich schlichtweg nichts anfangen kann (ich denke jedoch soetwas sollte man nicht in die Bewertung einfließen lassen), hämmert der erste der nächsten fünf Tracks los. Und ja, es wird wirklich gehämmert wie es im Buche steht. Die Blastings der Drums erinnern einen sofort an die guten alten DISMEMBER und die hereinfließenden Melodien könnten glatt von einem HEAVEN SHALL BURN Longplayer stammen. Hinzu kommt ein Frontmann, dessen aggresive Vocals immerwährend zwischen tiefen Growlings und typischen Metalcore Shoutings wechseln - und somit steht quasi schon "We Are", die musikalische Vorstellung der Band. Der nächste Track "So Called Humanity" schmettert sich ohne große Pause direkt dem Hörer entgegen und zeigt Downtime von ihrer sozialkritischen Seite und den recht hohen lyrischen Anspruch der Texte. Endlich mal wieder eine Band, die es versteht gute Musik und zugleich anspruchsvolle Lyrics zu schreiben - da erinnert man sich gerne an die Jungs von Dark Age, auch wenn die beiden Bands nichts miteinander gemein haben, mal abgesehen davon, dass beide verflucht eingängige Melodien in ihren Songs präsentieren. "What Connects Us", ein recht kurzer Song mit seinen ganz knappen drei Minuten, bringt uns sogar noch ein ordentliches Thrash-Gehagel, bei dem allen vorran die Gitarren herausstechen und ordentlich zum Kopfnicken animieren. Die letzten beiden Songs - ja es sind wirklich nur so wenig - "Raising The Ashes" und "Be Like Us" lüften dann endgültig die Gehörgänge, und das mit ordentlich Speed! Wer also auf noch mehr Druck in den Songs setzt, als das was der gehobene Midtempo Bereich der ersten Songs liefert, der ist hier definitiv ganz richtig. Das eigentliche Problem ist eigentlich nur das Ende von Song 6, denn danach ist die Scheibe schon durchgelaufen und man wendet sich quasi schon beleidigt ab, dass einem hier kein ordentliches Full-Length Album geboten wird.

Naja Spaß bei Seite, DOWNTIME haben es schlichtweg drauf und einen Plattendeal werden die Jungs wohl sehr schnell in der Tasche haben, ansonsten gehe ich persönlich auf die Barrikaden.

Letztendlich würde ich mich gerne so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass man es hier kaum noch mit Metalcore zu tun hat, sondern fast schon mit solidem Melodic Death Metal, der einem hier bei dieser recht guten Eigenproduktion leider nur 17 Minuten lang eingeprügelt wird. Daher auch "nur" 8 Punkte, auch wenn ich zu gerne 9 gegeben hätte. ;)"

Tom & Mary's ("Dystopia") - 10/12 Pkt.:
"A-l-t-e-r Schwede, was'n Blei... und was für eine geile Intro-Verarsche...! Diese kaum zu fassende Debut-EP kann man eigentlich nur als Volltreffer bezeichnen. Und zwar genau zwischen die Augen!

Das ist echt DER Elefant im Porzellanladen der Flut von unzähligen Neuerscheinungen aus der Flachheimer Tiefebene. Die Kasseler Ripper wissen wo der Hammer hängt! Aber hallo!!

Die vorliegende Schrupplette versteht sich als Todfeind eines jeden Zartbesaiteten. Hier drischt die Trommel auf die Felle! Gnadengesuche werden abgelehnt!!

Wer an diesem Werk vorbeihört, hat was an der Krönung! Das Grundgerüst bildet Death-Metal aus dem Lehrbuch, aber die Buben überzeugen durch eine wirklich kreuzfidele Art der Neuinterpretation bzw. Erweiterung des genannten Leselappens. Die Grenzen zwischen Thrash, Hardcore und Death werden etwas unklar, denn DOWNTIME wissen ihr eigenes Süppchen zu kochen!

Man könnte jetzt noch dieses oder sogar jenes interpretieren... ich nenne "Dystopia" einfach ein zeitloses Brett und darf meiner inständigen Hoffnung Ausdruck verleihen, dass heuer ein Deal aufs Parkett knallen wird!

Einen Kritikpunkt findet man allerdings. Und zwar im Booklet. Genauer gesagt: Man findet etwas nicht, nämlich eine lesbare Schrift (für die Texte). Diese ist nämlich ebenso kursiv wie viel zu klein und damit kaum zu entziffern. Im Hinblick auf den Inhalt der textlichen Aussage ist das natürlich recht schade, und für die Credits sowieso...

Was das Booklet versaut, macht die schweinefette Produktion aber locker wieder wett. Die Investition in diese Handkreissäge lohnt also auf jeden Fall. Und wer weiß, was dieses Sammlerstück einmal wert ist, wenn DOWNTIME dereinst zu den ganz Großen gehören...!

Fazit: Hammer! Vorschlaghammer!! Downtime!!!"

Legacy ("Dystopia") - 9 Pkt.:
"DOWNTIME spielen recht brutalen Death Metal mit den typischen Zutaten. Ihre CD ist zweckmäßig aufgemacht und gut produziert, womit der äußere Rahmen ja schonmal stimmt. Musiklaisch ist auch alles im grünen Bereich, wenngleich euch klar sein muss, dass ihr bei Sebastian lammel nichts besonders Originelles bekommt, wenn ihr euch nach den Konditionen zum Erwerb der CD der Band erkundigt. Macht aber auch nichts, denn fehlende Originalität machen die Buben durch eine Menge Power wieder wett. Es bleibt zwar immer das gefühl, alles auf "Dystopia" schon mal gehört zu haben, aber dennoch kann man dem flotten Todesmetall-Sound der Band ohne Reue sein Ohr leihen, denn qualitativ lassen die Jungs euch nicht im Regen stehen. Über die volle Spielzeit klingen DOWNTIME zwar ein wenig gleichförmig, aber dennoch nicht übel. Ich denke mal, für den Anfang ist ihr Album durchaus gelungen. Das große Plus der Band ist der gelungene Umgang mit Melodien und die gut in den Vordergrund gestellte, aber immer kontrolliert klingende Brutalität des vorhandenen Songmaterials. Wer also Lust auf ein ur-typisches und heftiges Death Metal-Album hat, welches einfach bodenständig und ehrlich, und somit gut und gelungen klingt, der macht hier nichts falsch."

BloodDawn ("Dystopia") - 4/5 Pkt.:
"Tzäh, Leuts... was ihr immer mit eurem "...core" habt. Da kann ich mich nicht zurückhalten, echt nicht. Das Gehüppe ist doch alles, nur kein Hardcore! Neeeheee, auch kein moderner! Gna! Nein, auch die beiden Baseballkappen auf den Rüben zweier Bandmitglieder ändern nichts daran. Nix mit der im Beipackzettel beschriebenen Hardcore-Attitüde. Quatsch mit Soße! Vielmehr bieten uns die erst vor eineinhalb Jahren formierten Habichtswalder einen ausgewogenen Cocktail aus Altschultodesblei, viel Groove, SWANÖeskem Death Metal und etwas Thrash, der mit Philipp Ohligers zwischen Grunts und Screams wechselnden Vocals ordentlich Arsch tritt und trotz allerlei anspruchsvoller Parts prädestiniert für Liveauftritte ist.

Okay, die Texte sind dann doch eher hardcoretypisch, aber ansonsten regiert hier intensiver und moderner Metal mit ein ums andere Mal sehr geilen Melodien, die sich recht fix im Ohr festsetzen. Das ausgeklügelte, originelle Songwriting und die ungeheure Dynamik sind ebenfalls der Habenseite zuzuordnen, und die enorm druckvolle Produktion schiebt die Möbel in der Wohnung munter durch die Räume. Auch optisch ist das 17minütige Werk mit stimmigem und professionellem Artwork sehr ansprechend ausgefallen. Daumen hoch für den nordhessischen Fünfer und ab auf die Homepage der Jungs, die Scheibe ordern."

Vampster ("Dystopia"):
"Mal ehrlich, wie viele kleinere Bands kennt ihr, die in ihrer Bandinfo sämtliche bekannte Acts als Einflüsse nennen, aber nicht einmal ansatzweise so klingen? Zu viele wahrscheinlich. Auch DOWNTIME preisen sich als Mischung von DISMEMBER, HATESPHERE und HEAVEN SHALL BURN an, haben aber den oben genannten Bands eines voraus: sie haben Recht. "Dystopia" ist - auch, wenn es im weitesten Sinne in die Sparte fallen würde - kein weiteres Metalcore-Plagiat oder Trendmonster. Die fünf Jungs aus der Umgebung von Kassel machen energiegeladenen Metal, der sich größtenteils an der eingedeutschten, schwedischen Spielweise anlehnt, die HEAVEN SHALL BURN sich damals bereitet haben. Wuchtige, dick produzierte und melodiöse Gitarrenleads, die sich wie Kreissägeblätter aus den Boxen herausschälen, verbunden mit hämmernden Grooves und dem abwechslungsreichen Gesang von Sänger Philipp. Nach dem verstörenden Intro "Dystopia", bei dem man zuerst denkt, man habe es mit einer extrem schlechten Produktion zu tun, folgt mit "We Are" quasi die Vorstellung der Band, gefolgt von dem starken "So Called Humanity", das in bester THE HAUNTED-Manier nach vorne thrasht und mit stampfenden Moshparts und eingängigen Melodien aufwarten kann. Bei "What Connects Us" trifft DISMEMBER auf moderne Walz- und Stampf-Grooves. "Raising The Ashes" beginnt dann wieder mit einer Portion Thrash, die an HATESPHERE erinnert und mündet dann über knackige Stakkatoparts in melodischere Gefilde. Das abschließende "Be Like Us" prescht dann noch mal etwas überraschend vorwärts, beginnt mit straightem Death Metal-Geschredder, wie es von Amerika über die See getragen wurde und vereint dann wieder die getragenen, schwedischen Leads mit der druckvollen Heftigkeit des modernen Soundgewands. DOWNTIME haben mit "Dystopia" ganz sicher ein solides Stück melodischen Death Metal eingespielt, das sich so nicht verstecken braucht und sich relativ locker im oberen Fünftel der deutschen Szene platzieren dürfte. Noch vor zwei Jahren hätten sich die Kasseler im aufstrebendem Metalcore-Strom sicher einen besseren Platz erspielen können, aber heute sieht in der kurzlebigen Musikwelt alles schon wieder etwas anders aus. Metalcore beginnt zu nerven, die ersten Bands wenden sich vom Trend ab und trotzdem schießen noch immer wie Sand am Meer schlechte, aber auch gute Bands aus dem Boden. DOWNTIME haben das Potenzial sich da durchzuboxen, aber, um sich einen festen Platz zu sichern, sind sie mit Sicherheit einige Jahre zu spät dran. Immerhin, die EP "Dystopia" bietet auf 17 Minuten erstklassige Musik, die man nicht einfach so wegwischen kann. Fünf Songs mit Herz, Qualität und Lyrics, die davon zeugen, dass man sich Gedanken gemacht hat und die Texte nicht nur lästiges Beiwerk sind. Und was will man eigentlich mehr, was soll das Gefasel von Plätzen, Trends und Erfolg? Weiß ich auch nicht, daher: Daumen hoch, für DOWNTIME!"

Powermetal ("Dystopia"):
"Im Metalcore hat längst eine Verschiebung der Prioritäten in Richtung des ersten Wortbestandteils stattgefunden. Optisch unterscheiden sich die meisten Bands mittlerweile nicht mehr großartig von "typischen" Heavy-Metal-Acts, und musikalisch gab es sowieso nie viele Überschneidungen mit dem klassischen Hardcore-Bereich. Eine Band dieses Spektrums, die fast schon immer mehr Metal als alles andere war, ist HEAVEN SHALL BURN. Und genau an jenen Burschen, der besten Metalcore-Eingreiftruppe überhaupt, orientieren sich die Hessen DOWNTIME – aber nicht ausschließlich. Denn die Jungs vermengen diese Einflüsse mit einigen Highspeed-Schwedentod-Elementen, die von schön derben Growls begleitet werden (Shouter Philipp Ohliger macht einen super Job!).

Am besten funktioniert dieser musikalische Mix bei 'So Called Humanity', das mit einem HEAVEN SHALL BURN-typischen, zermalmenden Groove beginnt, dann eine ordentliche Uptempo-Death-Schippe drauflegt und im weiteren Verlauf zwischen diesen beiden Polen pendelt. Eine ähnlich tiefe Furche ziehen 'We Are' und 'Be Like Us', die sich zudem auch genauso schnell in Kopf, Beinen und Nacken festsetzen.

Der Haken an der ganzen Geschichte ist, dass die Deutschen mit "Dystopia" fast ein, zwei Jahre zu spät dran sind. Im Metalcore ist einfach alles bzw. schon zu viel gesagt worden. Und es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann bekommt auch nicht mehr jede Kapelle dieses Sektors einen Plattendeal hinterhergeschmissen. Um DOWNTIME wäre es schade, da sie bereits auf dieser mächtig knallenden Eigenproduktion einige Trittbrettfahrer locker wegklatschen – sowohl in punkto Songmaterial als auch Energielevel. Dass der Vierer richtig hungrig ist, hört man zu jeder Sekunde.

Bleibt zum Schluss die Feststellung, dass "Dystopia" 'ne äußerst professionelle Angelegenheit ist, die es verdient, angecheckt zu werden. Ob ihr dabei Metalcoreler oder Death-Metaller seid, ist völlig egal."

Metallic ("Dystopia"):
"Schon im beiliegenden Infoblättchen wird deutlich auf die musikalische Ausrichtung dieser erst seit knapp zwei Jahren existierenden Band hingewiesen. Von Melodic-Deathcore ist da die Rede. Wirklich eine interessante Wortwahl, die im großen und ganzen den Kern des musikalischen Schaffens dieser noch recht jungen und äußerst talentierten Combo trifft. Solcherlei Wortspielchen führen schnell in die Irre und unter Umständen am Ziel vorbei. Im Endeffekt ist es egal, ob sich der Musizierstil nun Melodic-Deathcore schimpft oder nicht. Schlichtweg Metalcore trifft es noch immer am ehesten, da melodische Metalelemente, sowie Death/Thrashmetalanteilen und Hardcore zu einer Melange verschmelzen. Durfte ich die Band bereits auf dem 1. Masters Of Cassel Festival bewundern, fällt auf, dass alle fünf Songs sehr ordentlich abgemischt sind und somit durch eine recht klare Produktion bestechen. Des weiteren muss angemerkt werden, dass mit Ausnahme des merkwürdigen Intros alle fünf Tracks trotz immenser Härte immer auf sehr hohem melodischen Niveau gespielt sind, was dem vorliegenden Minialbum einen weiteren Sympathiepunkt von meiner Seite einbringt. Rasend schnelle Parts wechseln sich mit groovenden Midtempoattacken ab, während der häufig geschickt zwischen Death/Thrashmetal und Hardcore hin und her pendelnde Gesang geradezu prädestiniert wie der Arsch auf den Eimer zu Stücken wie So Called Humanity oder Raising The Ashes passt! Statt schlimmsten Soundmatsches wartet der überraschend klar und wunderschön druckvoll abgemischte Silberling mit einer superb fetten Produktion auf. Die Gitarren sägen gnadenlos, alle Stücke bestechen durch immens kraftvollen Groove, das Schlagzeug knallt mächtig auf's Geweih. Der Gesang hebt sich schon durch seine Klarheit wohltuend von zahlreichen Genre-Brüllwürfeln des Metalcore-Bereichs ab. Was jedoch am meisten erstaunt sind die zielgerichteten, gesellschaftskritischen Texte und die starke Aufmachung des Silberdeckels, womit das in der Band steckende hohe Potenzial bereits in aller Form angedeutet wird. Bleibt abzuwarten, ob möglicherweise in geraumer Zeit der erste Full-Time-Longplayer des talentierten Vierers erscheint, der im Hinblick auf dieses nett aufgemachte Minisilberdeckelchen schon jetzt eine Menge von der Band erwarten lässt."

Metal.de ("Dystopia"):
"Erfreulich, dass junge Bands nicht nur die Eigenschaft besitzen, jung zu sein, sondern auch aufstrebend. DOWNTIME haben dieses Potenzial. Und das beweisen sie nach einem überflüssigen Intro mit einem fetten Einstieg in "Dystopia". "We are" trägt eine Botschaft – und die ist klar formuliert: Death Metal, der einem die Rübe absägen soll. Dazu trägt sicherlich genauso die bleiüberzogene Stimme des Sängers bei wie die Gitarren, die dem Hörer ständig Heizluft in den Arsch blasen und am Ende des Songs in einen fetten Moshpart münden.

Tempowechsel in der Instrumentenarbeit und der Versuch, Variabilität in die Stimme zu bringen, können es nach diesem fulminanten Beginn jedoch nicht schaffen, den Spannungsbogen auf "Dystopia" ganz oben zu halten – wozu eine Nuance mehr Eigenständigkeit sicherlich auch beitragen würden. Allerdings hindert all das nicht, DOWNTIME für die Zukunft im Auge zu behalten, denn hier könnte sich durchaus etwas zusammenbrauen."

Bloodchamber ("Dystopia"):
"Ein bisschen gemein sind sie schon, die Jungs von DOWNTIME. Wecken sie mit dem ersten Song und Titeltrack ihres Demos „Dystopia“ schmerzliche Erinnerungen an unschöne Kindheitserinnerungen. Gedanken an Zeiten, in denen der musikalisch orientierungslose Geist auf der Suche nach einer eigenen Identität durch die düstersten Clubs irrte. Besonders negativ blieb bei mir aus dieser Zeit ein Besuch in einer von androgynen Stinki-Pups-verliebten Schwarzmalern dominierten Kaschemme im Gedächtnis, dessen selbstzerstörerisches und monotones Industrial-Gebolze nur mit Hilfe möglichst geräuschdämmender Papiertaschentücher zu ertragen war. Genauso klingt nun das Intro dieses Silberlings. Hämmernd, gedämpft und einfach nur scheiße. Dann aber stellt sich das Ganze nur als einzige große Verarsche und gleichzeitig als eigenwilliger Kommentar der Band zu Industrialisierung und Globalisierung heraus. Zum Glück, denn länger hätte ich mir das auch nicht antun wollen. Der erste „richtige“ Track outet sich nämlich dankenswerterweise als Liebhaber von krachigem und alterhabenem Death, gönnt sich ab und an auch mal etwas melodischeres Todes-Frischfleisch und würde auch nen knackigen Thrash-Jüngling oder ne spärlich bekleidete Hardcore-Braut nicht von der Bettkante stoßen. Begleitet von standesgemäßen Growls aus der Kehle von Philipp Ohliger entstand eine gut 15 minütige Schlachteplatte aus mitreißenden Riffs, einprägsamen Gitarrenmelodien und auch vereinzelte Mini-Frickeleien, um das eigene Können auch mal der Öffentlichkeit zu präsentieren und gleichzeitig ein wenig die Linearität aus den Songs zu eliminieren. Rein textlich wird aber eher weniger gemetzelt, da gibt’s ordentlich Haue mit der Gesellschaftskritik-Keule. Muss man nicht unbedingt gut finden, ist aber schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ansonsten haben die mittlerweile fünf Jungs ein gutes Händchen für begeisternde Songs, auch wenn gewisse schwedische Wikinger des öfteren mal die nötige Inspiration geliefert haben. Viel gibt es bis auf das grauselige Intro also nicht zu meckern. Mir haben die restlichen fünf Songs jedenfalls ne Menge Spaß bereitet und werden es hoffentlich auch auf einer Bühne bzw. Full Length Scheibe tun."

Terrorverlag ("Dystopia"):
"Ich glaube in und um Kassel herum ziehen die Kinder den Metal mit der Muttermilch auf. UNCUT DESPITE und GUTLOCK machen ja schon dem Städtchen alle Ehre und haben bei uns die Bühnen zerlegt. Und nun liefern DOWNTIME ihre EP ab, und meine Fresse was für eine. Die Band kommt aus dem Nix, denn das Besetzungskarussell um Gitarrist und Songschreiber Sebastian Lammel drehte sich lustig, bis mit BACKSTEP Drummer Stefan und UNCUT DESPITE Basser Dennis die Richtigen gefunden wurden. Ab ins eigene Studio und schon halte ich "Dystopia" in den Händen.

Intro, und dann gibt es die neue geilere Version von "We are". Eins A Black Metal-lastiges Metalcore Riffing à la HEAVEN SHALL BURN treibt den Song nach vorn. Der coole Drumrhythmus unterstützt den unterschwelligen Groove. Dann setzt auch schon Phillip mit den Growls ein und variiert gut mit seinen Shouts - mal hoch, mal tief. Und drückt das ganze noch ein Stück tiefer in die Death-Ecke. Sehr cool klingen die Gesangsparts, wenn Growls und Shouts übereinander gelegt wurden. Auch die Gitarre wechselt zum Ende über eine Schweden Death Melody hin zu einem derben Groove. Ein gelungener Einstieg in die Scheibe! Und weiter geht’s mit "So called humanity". Typisches Doppelschlag Riffing mit schöner Melody und über den Mosh rein in den Beatdown. Und alles passt hervorragend zueinander, und es gibt keine Holperstelle in den Übergängen. Sehr fettes Songwritting. Die Jungs wechseln zwischen Moshparts und Grooves hin und her, dass es nur so eine Freude ist zuzuhören. In diesem Song legt Phillip mehr Wert auf das hohe Shouten denn aufs Growlen. "What connects us" zeigt die besten Riffarbeit auf dem Album. Nicht nur, dass hier mit melodischer Varianz um sich geworfen wird, wie man es von alten SOILWORK und IN FLAMES Alben gewöhnt ist; nein es scheint, als hätte sich Gitarrist Sebastian für das eine Riff direkt mit Dimebag (R.I.P) in der Hölle auf einen heißen Stein gesetzt und das Teil zwischen Pech und Schwefel eingespielt. Super Fett und Tight. Wenn ihr ihn hört, werdet ihr wissen, welchen ich meine... Kommen wir zu "Raising the ashes". Die Drums werden fixer genau wie das Riffing. Die Stimme wird wieder tiefer und der Groove noch derber. Doch für die Abwechslung gibt es im Refrain Tapping, damit man nicht behaupten kann, hier wäre keine Melody vorhanden. Das Tapping wird dann in der fetten Bridge gleich fortgesetzt. Ich wiederhole mich gern: Sehr geiles Songwritting, denn zwischen den Mosh-Parts gibt es noch Zeit für Tempowechsel mit ruhiger Melody. Zum letzten Song: "Be like us" ist das Finale der Platte und knüpft nahtlos an die anderen Songs an. Wieder sehr HEAVEN SHALL BURN lastig das Riffing. Ich weiß, das hört Sebastian nicht so gern. Ist aber so...

Fazit: WOW... “Dystopia“ von DOWNTIME rüttelt ganz fest am Thron meiner Lieblings-CD, wenn es um Bands ohne Deal geht. Und schubst von dort sogar TASTE OF BLOOD runter. Das liegt auch daran, dass die Produktion hammerhart ist, und das Ding wurde im eigenen Studio aufgenommen. Die versteckten Hardcore Wurzeln treffen auf brutalem Death bzw. Melodic Death Metal. Genau die richtige Mischung, und durch Shouter Phillip ist das ganze bestimmt kein Standard Metalcore. Drummer Stefan setzt genau die richtigen Akzente und überzeugt mit fettem Mosh und gut plaziertem Groove. Mein Lieblings-Homie aus Kassel Dennis am Bass darf man natürlich nicht vergessen. Den hört man bei der glasklaren Produktion sehr gut raus, und das ist wichtig, damit es der Platte keine Sekunde lang an Druck fehlt. Geht auf die Homepage, bestellt die CD! Ob Deather, HC-Jünger oder „Trend-Metalcore-Hörer“. Ob modernes CALIBAN-Kind oder HSB-Fan der ersten Stunde. Die Scheibe bläst euch weg. Ich wüsste nix, was an dieser Scheibe enttäuschen kann. Ich sehe zu, dass die Jungs bald mal nach OWL kommen..."